Autistikits

Neid ist das staerkste Gefuehl, an das ich mich erinnere, wenn ich daran denke, was ich gedacht habe, als Nachbar Alex mich um Unterstuetzung bei diesem wirlich freien Projekt bat. Neid deshalb, weil die Freiheit was eigenes freies frei zu tun, das Sehnsuchtszentrum in wilde Schwingungen versetzen kann. Die Sache saugt schon alleine durch die so seltene Detailverliebtheit der Protagonisten bei Herstellung. Mit entspannten Hoden füllt das Werk bravoroes die Luecke zwischen nebenbei und zugehoert und wird von mal zu mal schoenerer.

Autistikits

Und plötzlich schrieben wir täglich Emails ...

Jedes neue Medium bringt neue Kommunikationsformen und Codes hervor, derer natürlich auch wir uns schleichend, mehr oder weniger bewusst, bemächtigt hatten. Diese "neueren" und spezifischen Prozesse des kommunikativen Verhaltens und deren Auswirkungen interessierten uns: Wie wird die Intention des Senders durch das System Maschine beeinflusst, welche Botschaft, welches "Kondensat" erhält der Empfänger und wie deutet er diese/s?

"postscript" ist eine rein digitale Produktion. Jeder Tastendruck, jeder Buchstabe sowie die Tastaturgeräusche sind direkt "am Computer", also ohne Kamera, aufgezeichnet worden. Der Vorteil dieser Live-Aufzeichnung war zum einen der, daß wir über Bild/Ton-synchrones Rohmaterial verfügten (die Nachvertonung jedes getippten Buchstaben wäre sehr aufwendig gewesen). Zum anderen wirkt der Schreibprozess authentisch und für den Zuschauer nachvollziehbar.

Seine Spannungsmomente und die eigenwillige Ästhetik erhielt der Film aber erst in der Postproduktion, wobei die kreative Arbeit darin bestand, den Emotionen "hinter" dem getippten Wort einen passenden Ausdruck zu verleihen: Wie kann ein Schriftbild, losgelöst vom Inhalt, zeigen, dass der Schreiber unsicher oder wütend ist?

Einfacher, im Sinne von wirksamer, hatte es hier der Ton, der naturgemäß "direkter" das Empfinden des Zuschauers anspricht. Doch erst im Zusammenspiel beider Komponenten, also der ineinander greifenden Zusammenarbeit von Bild und Ton, erhält der Film den nötigen "flow" um seine Geschichte im Kopf des Betrachters entstehen zu lassen.

Resonanz

2. Preis für den besten Film.
backup-festival, neue Medien im Film, Weimar 2001

backup Festival, Neue Medien im Film
http://www.backup-festival.de

1. Preis für den besten Film.
La.meko, Landau 2001

Fachbereich Medien und Kommunikation, Uni Landau
http://www.filmfestival-landau.de/

Einsatz im Lehrbetrieb
Prof. Dr. Peter Matussek setzte den Film an der Uni Duesseldorf (jetzt Uni Siegen) didaktisch ein

Institut fuer Wissensmedien
Rechts als JPG Pressemitteilung des IWM Tübingen

postscript.

Der Film "postscript" erzählt die Entstehungsgeschichte einer persönlichen Email. Er verdeutlicht, welche Eigenschaften bzw. Grenzen dieses Medium hat und vor allem welche Rolle die eigene Imagination dabei spielt.

Deutschland 2001, 7'55'', DV PAL (4:3) // realisation und produktion marc padovano und wim roegels

kill your ideals

War "code" (siehe unten) in seiner Darstellung der Kodierung und Dekodierung von medialen Inhalten eher allgemein gehalten, haben wir diesmal mit symbolkräftigeren und inhaltlich stark besetzten Bildern gearbeitet. Diese Bilder aus verschiedenen Epochen der Mediengeschichte sollten durch die gegenüberstellende Montage die Sehgewohnheiten der Betrachter auf die Probe stellen.

kooperation von tobias habig, marc padovano, wim roegels, simon ruschmeyer

code

In der Auseinandersetzung mit der Kodierung und Dekodierung von Botschaften, Gefühlen und Idealen in der medialen Alltagswelt fanden wir eine "überfragmentierte" Ausdrucksform, die, bewusst bis zur Unverständlichkeit kryptisiert, versucht, verschiedene Phänomene dieses Gegenstandsbereichs zu beleuchten. Der Zuschauer benoetigt ein komplexes Instrumentarium an Kodierungs- und Dekodierungsmechanismen, um sich zu widersetzen oder die Botschaft anzunehmen.

kooperation von tobias habig, wim roegels, simon ruschmeyer

Was macht der da?

Ursprünglich als modularer Screensaver gedacht, wurden diese Experimente mit einer einfachen Webcam doch soviel mehr. In eine Reihenfolge gebracht, konnte sich bisher kein Betrachter dieser eigenwilligen Symbiose von Bild und Ton so recht entziehen - auch wenn wenige genauer wissen warum.

So wuchs die erste spielerische Zusammenarbeit von uns schnell zu einer Art gemeinen Experiment mit dem Zuschauer - wie mag der wohl reagieren? Gekrönt mit Festivalvorführungen, bei denen man nur schwer eine kleine schelmische Freude über manch fragende Gesichter unterdrücken konnte.

Doch darüber hinaus diente dieser kurze Experimentalfilm dazu, die eigene Wahrnehmung zu erforschen und die nahezu freistehenden Fragmente in einen sehr persönlichen Kontext zu bringen. So hat uns dieser Film gerade in seiner Minimiertheit vor Augen geführt, wie viel doch mit wie wenig geht. Und deshalb hilft er heute noch ab und an die eigene Perspektive gerade zu rücken und sich immer wieder den magischen Moment der Sinnkonstruktion in jedem einzelnen Kopf bewusst zu machen.

there

Experimenteller Kurzfilm zur Reflexion der spontanen und zwanghaften Sinnzuordnung während der Rezeption.

Deutschland 2001, 3'29'', DV PAL (4:3) // realisation und produktion marc padovano und wim roegels